Eine „Orgelmesse zum Palmsonntag“ am Sonntag, den 29. März um 18.00 Uhr eröffnet die kirchenmusikalischen Veranstaltungen an den Kar- und Ostertagen in der Liebfrauenkirche in Hamm.
Mit der „Plymouth-Suite“ von Percy Whitlock (1903-1946) erklingt an der Goll-Orgel eher selten zu hörende englische Orgelmusik, die von großen musikalischen Gesten und elegischen Melodien geprägt ist.
Die Komposition dieses Orgelzyklus steht stilistisch auf der Schwelle der Spätromantik und des Neoklassizismus. Die Entstehung geht zurück auf eine Konferenz britischer Organisten in der Hafenstadt Plymouth. Der junge Organist und Komponist Percy Whitlock widmete seinen Kollegen jeweils einen musikalischen Satz, so dass sich hinter den einzelnen Teilen originelle, teils augenzwinkernde Charakterbilder verbergen. Den Abschluss bildet eine rauschende Toccata, die den Vergleich mit bekannteren Beispielen französischer Zeitgenossen nicht scheuen muss. An der Goll-Orgel spielt Dekanatskirchenmusiker Johannes Krutmann, der Eintritt ist wie immer frei.
Das Programm der traditionellen „Tenebrae zum Gründonnerstag“ am Donnerstag, den 2. April um 21.00 Uhr in der Liebfrauenkirche enthält nicht weniger als eine kleine musikalische Sensation: Eine nicht für möglich gehaltene Entdeckung ließ die Musikwelt vor wenigen Monaten aufhorchen: Zwei bislang unbekannte Werke aus der Feder des jungen Johann Sebastian Bach ließen sich eindeutig identifizieren. Es handelt sich um zwei Frühwerke für ein Tasteninstrument, beide sind in der Form der Chaconne, einer Variationsfolge über eine gleichbleibende Bassmelodie komponiert. Die Entdeckung dieser Werke in einer Bibliothek in Brüssel gilt als bedeutendster Fund von Bach-Werken in der jüngsten Musikforschung. Eine Premiere wird es auch für das neue zweimanualige Cembalo sein, das vor einigen Wochen in Spanien als Kopie eines flämischen Instrumentes fertiggestellt wurde und zum ersten Mal in der Liebfrauenkirche erklingen wird. Solist am Cembalo ist Johannes Krutmann. Neben weiteren Werken Bachs erklingen Kantillationen aus den Klageliedern des Jeremia, die von Wiebke Caspari (Sopran) gesungen werden.
In den Gottesdiensten zu den Festtagen des so genannten Ostertriduums singt die Liebfrauenkantorei an Gründonnerstag um 19.00 Uhr und am Karfreitag um 15.00 Uhr a cappella Werke u. a. von Thomas Tallis und Tomas Luis de Victoria. Zusammen mit dem Bläserensemble „Classic Brass Ruhr“ steht festliche Musik für Chor und Bläser in der Osternacht am Samstag, den 4. April um 21.00 Uhr auf dem Programm. Die Musik ist integraler Bestandteil der jeweiligen Gottesdienste, der Eintritt ist wie immer frei.
Eine Ausnahme gibt es für den Projektchor „Chor am Sonntag“, der statt des gewohnten Sonntags ausnahmsweise am Ostermontag (6. April) stattfindet. Singbegeisterte treffen sich um 10.00 Uhr im Altarraum der Liebfrauenkirche, um die Messe um 11.00 Uhr musikalisch mitzugestalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.