(C)Pfarrei St. Franziskus von Assisi
Die Vielfalt von Kirchenmusik in allen Facetten, auch mit ungewöhnlichen Klängen und Besetzungen abzubilden ist ein seit jeher ein Bestandteil, der das kirchenmusikalische Leben in der Liebfrauenkirche prägt. Dass dabei die Kunst der Interpretation alter Musik nicht zu kurz kommt, ist eine Selbstverständlichkeit, denn bereits mit den vorhandenen Instrumenten - neben der Goll-Orgel auch Cembalo, Truhenorgel, Portativ und ein sogenanntes Regal (ein schnarrendes Zungenregister, wie es in der Renaissance beliebt war) sind beste Voraussetzungen für die Interpretation vieler Epochen und Stile gegeben.
Gesamtübersicht auch der Orgelmessen
Dazu kommen innovative Projekte auch im vokalen Bereich: So eröffnet das Chorprojekt „Chor am Sonntag“ das Programm am 7. September um 10 Uhr. Jeweils am ersten Sontag eines Monats wird zu diesem ad-hoc-Chorprojekt eingeladen, bei dem ohne Voranmeldung mit nur 45 Minuten Probe die folgende Sonntagsmesse um 11 Uhr gemeinsam musikalisch gestaltet wird.
Der holländische Organist Sietze de Vries aus Groningen ist am gleichen Tag (7.9.) nachmittags um 17 Uhr zu Gast an der Goll-Orgel. Er ist ein begnadeter Improvisator und wird seine Kunst mit eigenen Transkriptionen und Improvisationen in verschiedensten Formen und Stilen erlebbar machen.
Gleich zwei auswärtige Orgelfestivals sind zu Gast in Hamm: Die „Internationale Orgelwoche im Erzbistum Paderborn“ bietet vom 21. bis 28.9. Kurse, Konzerte und eine Exkursion für Interessierte an. Im Rahmen dieses überregionalen Festivals spielt der Schweizer Organist und Komponist Guy Bovet am Dienstag, den 23.9. um 19 Uhr an der Goll-Orgel der Liebfrauenkirche, ihm folgt in einem Mittagskonzert am Mittwoch, den 24.9. um 12 Uhr Wolfgang Kogert aus Salzburg.
Drei renommierte junge Professorinnen sind die Interpretinnen in drei aufeinanderfolgenden Konzerten der Orgelnacht am Samstag, den 27. September: Um 19 Uhr beginnt Natalia Sander aus Detmold, ihr folgt um 20 Uhr Maria Mukhova aus Heidelberg, das Abschlusskonzert um 21 Uhr wird von der jungen Konzertorganistin Mona Hartmann aus Linz gespielt. Alle drei Künstlerinnen spielen u. a. Orgelwerke von Jehan Alain.
Im Nachklang der Internationalen Orgelwoche findet eine Uraufführung mit zeitgenössischer Orgelmusik am Sonntag, den 26.10. bereits um 16 Uhr statt: Zur Uraufführung des neuen Orgelbuches „Nova ex antiquis II“ trifft sich dann die Elite der Orgel-Avantgarde in der Liebfrauenkirche, um völlig neuen Klangmöglichkeiten zu lauschen. Die jeweiligen Kompositionen sind ausnahmslos für die Goll-Orgel komponiert worden und loten neue Schattierungen, Ausdrucksformen und Klänge aus, wie sie nur selten zu hören und zu erleben sind. An der Goll-Orgel spielen Kerstin Petersen, Michael Schultheis, Diego Da La Fuente Duran, die international als Spezialistinnen und Spezialisten für neue Orgelmusik gelten dürfen.
Ein weiteres Festival ist am Freitag, den 7.11.um 19 Uhr zu Gast. Dann findet das Abschlusskonzert der „Bochumer Orgelpunkte“ in der Hammer Liebfrauenkirche statt. Unter der Überschrift „Ein Wanderer zwischen Westfalen und Chicago“ spielt der junge Hamburger Organist Kasimir Sydow Orgelwerke von Wilhelm Middelschulte (1863-1943). Der im ehemaligen Kreis Hamm geborene Organist und Komponist Middelschulte zählt zu den Wegbereitern der amerikanischen Orgelmusik und gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts zu großer Popularität in der „neuen Welt“.
Meike Leluschko Foto: Markus Schmidt
Die Liebfrauenkantorei widmet sich zu ihrem Patronatsfest am Samstag, den 22. November um 17 Uhr wieder einem innovativen Projekt, das als solches auch vom Erzbistum Paderborn gefördert wird: Saxophon, Tambourin und Kontrabass gehören wohl nicht zu den üblichen Instrumenten für eine Messkomposition. Zusammen mit Solo-Sopran, Chor und Orgel eröffnet diese Besetzung aber genreübergreifend klangliche Möglichkeiten, die allen Beteiligten neue Einblicke und Musizierfreude bereiten. Die Sopranistin Meike Leluschko unterstützt die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Johannes Krutmann bei der Aufführung der „Schutzengelmesse“ des Münchener Organisten und Komponisten Gerhard Weinberger, der Krutmann die Aufführung seiner Messe nahegelegt hat und sich sehr darauf freut.
Neben Orgelmessen jeweils am letzten Sonntag im August und November stehen wieder die beliebten „Rorate-Messen bei Kerzenschein“ im Advent jeweils freitags um 19 Uhr mit besonderer Musik an, bevor das Programm mit der traditionellen „Nocturne zum Jahreswechsel“ in der Silvesternacht um 23.15 schließt.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist wie immer frei.
Programme der Kirchenmusik liegen im Schriftenstand der Liebfrauenkirche aus und sind im Pfarrbüro der St.-Franziskus-Gemeinde erhältlich. Neben den Informationen hier auf der Homepage ist auch auf Facebook www.facebook.com/kirchenmusikliebfrauenhamm und Instagram #kirchenmusikliebfrauenkirche die Kirchnmusik vertreten.